Hilfe – Der TÜV bemängelt unseren Aufzug!

Vielen Betreibern von Aufzügen wird derzeit von den ZÜSen (TÜV, Dekra, GTÜ etc.) bei der aktuellen Hauptprüfung mitgeteilt, dass ihre Aufzugsanlage nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und entsprechender Handlungsbedarf besteht.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, diesen Beitrag zu lesen, in dem ich Ihnen erläutern möchte, worum es sich bei dieser Mitteilung der ZÜS handelt und wie Sie vorgehen können, sollten Sie eine entsprechende Mitteilung erhalten.

Zunächst einmal eine Information vorab: Die ZÜS adressiert in diesem Zusammenhang einen sogenannten “Arbeitgeber”. Gemeint ist damit der Betreiber der Aufzugsanlage. Diese Umformulierung trat nach der Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) im Juni 2015 in Kraft.
Aus Vereinfachungsgründen nehme ich nun Bezug auf den TÜV und dessen Vorgehensweise bei den Hauptprüfungen.
Das Prinzip ist es erst einmal ganz einfach: Der TÜV ist laut Gesetz angehalten, die bestehende technische Sicherheit/Ausstattung der Aufzugsanlage zu prüfen und ggf. Mängel festzustellen sowie neuerdings auch festzuhalten, ob die technische Ausstattung dem aktuellen Stand der Technik entspricht oder verbessert werden muss.
Dies dient vor allem der Sicherheit von Nutzern und Wartungspersonal.

Der TÜV und alle anderen zugelassenen Prüfstellen gehen anhand einer Prüfliste vor und prüfen zusätzlich 22 Prüfpunkte mit hohem Gefährdungspotential, um mögliche Gefährdungen für Nutzer und Wartungspersonal festzustellen. Weitere sogenannten hohe, mittlere und niedrige Mängelpunkte, die bei Prüfungen festgestellt werden, sind in dieser
Prüfliste nicht aufgeführt, fließen jedoch in die Gesamtbeurteilung bei den regulären Prüfungen der Aufzugsanlage mit ein.

Wenn nun eine entsprechende Gefährdung am Aufzug vorliegt, sind Sie als Betreiber in der Pflicht, diese Gefährdung durch geeignete Schutzmaßnahmen zu beheben, da diese Aufzugsanlage nicht uneingeschränkt sicher nach dem Stand der Technik betrieben werden kann. Der TÜV wird Ihnen die Aufzugsanlage voraussichtlich nicht
sofort stilllegen, aber er wird ein Konzept zur Gefahrenbehebung und die Abstellung dieser Gefährdungen verlangen und dieses Ziel weiterhin im Auge behalten.

Maßnahmen und Möglichkeiten:

Einige dieser Gefährdungen können mit wenig Aufwand von Ihrem Wartungsunternehmen behoben werden. Ihr Wartungsunternehmen wird bei einer möglichen Gefährdung direkt durch den TÜV darüber informiert. In
der Regel informiert Sie Ihr Wartungsunternehmen über eine Benachrichtigung des TÜV und lässt Ihnen ein entsprechendes Angebot zukommen.
Sollten Sie unsicher sein, ob Sie ein marktgerechtes Angebot erhalten haben, können Sie gerne uns kontaktieren. Auf Wunsch kontaktieren wir Ihre Wartungsfirma und klären Ihren Bedarf in puncto Reparaturen und/oder Nachrüstungen.

Gerade bei älteren Aufzugsanlagen und deren oft aufwendigeren Nachrüstungmöglichkeiten stellt sich jedoch meist die Frage nach der Wirtschaftlichkeit solcher Nachrüstungen. Wir bewerten (Gefährdungsbeurteilung/Sicherheitstechnische Analyse) auf Wunsch Ihre Aufzugsanlage in Anlehnung an die DIN EN 81-80 und legen mit Ihnen ein wirtschaftliches Konzept fest.

Nach der Feststellung einer Gefährdung die Vogel-Strauß-Methode anzuwenden ist übrigens nicht angeraten. Abgesehen davon, dass notwendige Nachrüstungen der Sicherheit der Nutzer und des Wartungspersonals dienen, hat die ZÜS eine Vielzahl von Sanktionsmöglichkeiten, die bis hin zur Aufzugstilllegung reichen.

Damit es nicht soweit kommen muss, erstellen wir als unabhängiges Aufzugsberatungsunternehmen für Sie ein wirtschaftliches Konzept zur Erhaltung der Betriebssicherheit Ihrer Aufzugsanlage, das Sie unter
Umständen von Ihrem Wartungsunternehmen nicht erhalten, da dieses eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt.